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DaF – Deutsch lernen in Guinea-Bissau (2018)

Obwohl vielen in Deutschland unbekannt, unterhielt Guinea-Bissau in den 70er und 80er Jahren enge Beziehungen zur DDR. Daher trifft man auch heute noch auf viele deutschsprachige Guineer in Bissau. Die DDR vergab ab den 60er Jahren zahlreiche Stipendien an Studenten und führte Fortbildungen für Regierungsmitarbeiter in Deutschland durch. Mit dem Zusammenbruch der DDR 1990 schliefen auch die Beziehungen zu Deutschland ein und bewegen sich seitdem auf geringem Niveau. So ist es auch für die junge Generation in Bissau schwierig geworden Deutsch zu lernen. Zurzeit gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit in Bissau an Deutschkursen teilzunehmen.

Deutsch lernen bei AGAA

Ab dem Schuljahr 2007/08 organisierte der Deutsch Guineische Freundschaftsverein (Associação dos Amigos Guineenses da Alemanha, AGAA) Deutschkurse auf verschiedenen Niveaustufen. Die Finanzierung erfolgte über die deutsche Botschaft in Dakar.

Schüler des Deutschkurses am INEP Bissau 2008/2009

In den ersten Jahren fand der Unterricht findet am INEP (Instituto Nacional de Estudos de Pesquisa) statt. In 2012/13 sind die Deutschkurse jedoch an einen zentraleren Ort im Zentrum (Praça) gezogen. Die Kurse fanden im Kursraum des Projekts „Mom ku Mom“ des Weltfriedensdienst e.V. in der Rua Justino Lopes statt.

Die Kurse begannen jedes Jahr im Oktober/November und dauern über drei Trimester bis Juni/Juli. Je nach Bedürfnissen der Teilnehmer fanden an 2-3 Terminen wöchentlich 2 Unterrichtseinheiten à 45 min. statt. Eine Niveaustufe nach Europäischen Referenzrahmen GER wird so in ca. einem Jahr durchlaufen (ca. 150 UE).

Deutschunterricht an öffentlichen Schulen

Bis vor wenigen Jahren gab es in Bissau auch an einigen öffentlichen Schulen Deutschunterricht, der von ehemaligen Deutschland Stipendiaten durchgeführt wurde. Zum aktuellen Zeitpunkt wird Deutsch meines Wissens an keiner öffentlichen Schule mehr unterrichtet.

DaF – Prüfungen ? = eine Reise in den Senegal

Offizielle Prüfungen können in Bissau derzeit noch nicht abgelegt werden. Um Sprachprüfungen (z. B. im Zuge des Ehegattennachzugs) abzulegen muss das Goethe Institut Dakar aufgesucht werden. Dieses bietet im Sommer „Superintensivkurse“ auf den Niveaustufen A1 bis B2 an. In diesen Sommerkursen (meist Ende Juni bis Anfang August) soll eine Niveaustufe in 6 Wochen erreicht werden. Die Kurse kosten inkl. Lehrmaterialien und Prüfungsgebühr ca. 200.000 XOF (305 Euro).

Prüfungen können am Goehte Institut Dakar aber auch ohne vorherigen Besuch eines Kurse am abgelegt werden. Die Prüfungsgebühr für die Start Deutsch 1 Prüfung in Dakar beträgt für externe Teilnehmer 40.000 XOF (60 Euro). Anreise und Unterkunft müssen sich die Teilnehmer selbst organisieren.

Deutschkurse (DaF) in Bissau – aktuell (Stand 2018):

Die Kurse wurden letztlich im Jahre 2015/16 aufgrund von allgemein eher geringer Nachfrage und dem Mangel an qualifiziertem Lehrpersonal wieder eingestellt. Wer in Bissau Deutsch lernen möchte, dem bleibt nur ein Privatlehrer, von denen es aber einige gibt.

 

Bissau – Stadtentwicklung und Geschichte

Die heute weiterhin schnell wachsende Landeshauptsadt Bissau kann bereits auf eine mehrere Jahrhunderte alte Geschichte zurückblicken.  Zum absoluten administrativen und wirtschaftlichen Zentrum ist sie allerdings erst in den letzen Jahrzehnten aufgestiegen.

Ab 1446 erreichten portugiesische Seefahrer und Händler die obere Guineaküste und errichteten zahlreiche Handelsstützpunkte. Ein genaues Gründungsdatum der Stadt Bissau ist nicht bekannt, es kann aber davon ausgegangen werden, dass sich seit dem 16. Jahrhundert portugiesische/kapverdische Händler und Missionare in Bissau niederließen. Das erste schriftliche Zeugnis stammt wohl aus dem Jahre 1594, das sich zwar nicht auf den Ort, sondern auf eine ethnische Gruppe, die sich als „Bisãos“ (Pepel) bezeichneten, bezieht. Bissau war zu dieser Zeit ein unbedeutender Ort, der dem 1588 gegründeten Cacheu, dem Hauptort des von den kapverdischen Inseln aus verwalteten Distriktes Guinea, untergeordnet war. Es waren vor allem die Lançados (illegale portugiesische/kapverdische Händler)und Grumeten (wörtl. Port. Schiffsjunge; christianisierte Afrikaner) die sich in Bissau niederließen und erfolgreich das portugiesische Handelmonopol untergruben. Die Gründe der Ansiedlung waren ausschließlich ökonomischer Natur; es wurde mit Sklaven, Elfenbein und Bienenwachs gehandelt. Bissau lag praktisch in ständigem Kriegszustand mit der lokalen Pepel Bevölkerung (vgl. Kasper 1995, S. 70ff).

Blick auf eine Straße in Bissau "Velho" (2010)

Blick auf eine Straße in Bissau "Velho" (2010)

1692 wurde Bissau das Kapitänsstatut verliehen und damit auch offiziell mit Portugal verbunden. Ab 1696 wurde mit dem Bau eines Forts begonnen, welches man aber schon 1707 wieder zerstörte. Der Ort wurde von offizieller Seite verlassen. In der Folgezeit übernahmen französische Handelshäuser die Kontrolle über den Ort. Auch von den Franzosen wurde versucht ein Fort zu errichten, doch scheiterten alle Versuche. 1753 begannen schließlich die Portugiesen erneut mit dem Bau eines Forts. Endgültig beendet wurden die Arbeiten an diesem jedoch erst 1775, da die Arbeiten bereits nach kurzer Zeit nur noch schleppend vorangingen – aufgrund der schlechten Bedingungen starben allein in der letzten Phase des Baus mehr als 2600 Menschen. (Kasper 1995, S. 74f) 1776 bestand Bissau nur aus einem Fort, angrenzendem Friedhof, Hafen und Zollgebäude, sowie der Siedlung der Grumeten, die 1831 rund 5000 Bewohner zählte. Bis 1852 entwickelte sich direkt neben dem Fort eine kleine Kaufmannssiedlung, das heutige Bissau Velho, welche ab 1844 von einer Mauer geschützt wurde. Für 1853 wird die Bevölkerungszahl mit jeweils 500 freien Einwohnern und Sklaven innerhalb der Ummauerung angeben (vgl. Kasper 1995, S.77f).

Wirtschaftlich dominierte bis in die 1850er Jahre fast ausschließlich der Sklavenhandel, der mehr als 95% der Exporterlöse ausmachte. In der Bilanz deckten die Einnahmen jedoch nur etwa die Hälfte, der für die administrativen Aufgaben getätigten Ausgaben. Da die Portugiesen auch zu keinen größeren Investitionen bereit waren, war die Stimmung entsprechend schlecht. Die Mauern des Forts waren voller Löcher, das Dach der Kaserne eingestürzt, die Soldaten hausten mit ihren Frauen in selbst errichteten Baracken, es gab keinen Arzt und daher viele unversorgte Kranke und außerdem wurde auch kaum Lohn gezahlt. Bissau hatte in Portugal und auf den Kapverdischen Inseln einen sehr schlechten Ruf, so dass sich kaum Freiwillige fanden, die nach Bissau wollten, heißt es in einem Bericht von 1821 (vgl. Kasper 1995, S.78).

Bilder aus dieser Zeit finden sich in dem Buch „Postais Antigos da Guiné“. Dort werden teilweise sehr alte Postkarten aus allen Regionen des Landes präsentiert.  Auch im Internet finden sich zahlreiche Fotografien,  die hier leider nicht genutzt werden können, aus der Kolonialzeit des Landes.

Administrativ bestand der Distrikt Portugiesisch-Guinea bis 1834 aus zwei Kapitanaten, im selben Jahr wurde es zu einem Bezirk mit Bissau als Hauptort zusammengeschlossen, doch schon 1842 wurde diese Reform wieder rückgängig gemacht. 1852 wurde Bissau schließlich erneut zum Hauptort des Distriktes Guinea. 1879 wurde Portugiesisch-Guinea eine eigenständige Provinz; Bolama auf der gleichnamigen Insel wurde erste Hauptstadt.

Die Wirtschaft Guineas war mittlerweile auf landwirtschaftliche Produktion umgestellt worden (vor allem Erdnussanbau). Der Handel blieb jedoch mehrheitlich in der Hand von Franzosen, Engländern und auch Deutschen. Bissau befand sich auch Ende des 19. Jahrhunderts weithin in oftmals ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Pepel Bevölkerung. Noch in den 1890er Jahren beschränkte sich auch der militärische Aktionsradius auf wenige km außerhalb Bissaus. Daher blieb Bissau auch zu dieser Zeit räumlich eingegrenzt und wuchs kaum. Das heutige Stadtzentrum war noch größtenteils ein Waldgebiet. Erst nach der Schleifung der Befestigungsmauer 1913 und der endgültigen Niederschlagung des Widerstandes der lokalen Bevölkerung 1915 begann Bissau in größerem Maße zu wachsen (vgl. Kasper 1995, S. 80ff).

Blick auf ein peripheres Stadtviertel in Bissau

Das Dorf der Grumeten wurde nun abgerissen und außerhalb des heutigen Zentrums wieder errichtet. Nach demAusarbeiten eines Urbanisierungsplanes begann man öffentliche Gebäude und Anlagen zu errichten. Den Handel dominierte nun wieder französische Handelshäuser, nachdem im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Deutschen den Ort dominiert hatten. Den Portugiesen gelang es erst in den 30er Jahren das Handelsmonopol durchzusetzen, was jedoch negative Folgen für das Wirtschaftswachstum hatte. 1925 hatte Bissau rund 300 europäische Einwohner. Im Zuge verstärkter Migration auch anderer ethnischer Gruppen nach Bissau, kam es in Bissau auch zu gewalttätigen ethnischen Auseinandersetzungen (vgl. Kasper 1995, S. 95ff).

Am 9.12.1941 wurde die Hauptstadt von Bolama nach Bissau, welches schon lange die Wirtschaft dominierte verlegt. Die Stadt wurde auch schon in den 40er Jahren als stehengeblieben und rückständig beschrieben – eine Beschreibung, die man auch heute noch zu hören bekommt. 1950 hatte Bissau 18132 Einwohner, von denen 14520 so genannte „Nicht-Zivilisierte“ und 3792 „Zivilisierte“ waren. 1953 wurde die erste Straße in Bissau asphaltiert; in der Folge kam es zum Ausbau des heutigen Straßennetzes. Seit den 40er Jahren wurden immer wieder Urbanisationspläne ausgearbeitet, von denen aber keiner vollständig ausgeführt wurde. Anfang der 60er Jahre hatte Bissau rund 25.000 Einwohner – die Zahl stieg aber aufgrund des ab 1963 ausgetragenen Befreiungskrieges der PAIGC stark an und erreichte 1970 fast die Zahl von 70.000. Da Portugal mit seiner Kolonialpolitik zunehmend in Kritik geriet, kam es in der 60er Jahren noch einmal zu einer Modernisierung der Stadt. Die europäischen Wohnviertel expandierten weiter und drängten die afrikanischen Wohnviertel weiter zurück (vgl. Kasper 1995, S. 105ff).

Blick in die Avenida Domingos Ramos in Bissau (2010)

Auch nach der Unabhängigkeit 1973/74 wuchs die Stadt weiter stark. Flüchtlinge vom Land und aus dem Ausland ließen sich vermehrt in Bissau nieder. Die verfehlte Entwicklungspolitik der PAIGC, die eine Industrialisierung in den 70er Jahren anstrebte, trug zum weiteren Wachstum bei. In Bissau konzentrierte sich fast der gesamte Handel, die gesamt Verwaltung, während das Landesinnere völlig vernachlässigt wurde. Auch die internationale Hilfe konzentrierte sich stark auf Bissau. Die Stadt wuchs und wächst bis heute in Richtung der Ausfallstraßen der Stadt. 1990 hatte die Stadt bereits geschätzte 200.000 Einwohner.

Während des Bürgerkrieges von 1998/99 kam es zu starken Zerstörungen in der Stadt. Die Kämpfe konzentrierten sich auf Bissau. Die Front verlief ausgerechnet in der Industriezone der Stadt – so wurde die schon schwache Infrastruktur ganz zerstört. Auch heute ist Bissau administratives, politisches und wirtschaftliches Zentrum des Landes. Die Infrastruktur ist schwach entwickelt. Eine öffentliche Strom- und Wasserversorgung ist auf das ehemalige europäische Zentrum beschränkt und auch dort nur eingeschränkt funktionierend. So bleibt Bissau eine der letzten Hauptstädte weltweit, die nachts weiter im Dunkeln liegt.

B. hat heute schätzungsweise 400 000 Einwohner (laut dem letzten offiziellen Zensus 2009 waren es 384 000, in den Jahren davor wurde die Bevölkerung in verschiedenen anderen Quellen auf bereits deutlich über 400 000 geschätzt).

Weiterführende Literatur:

Kasper, Josef Ernst. Bissau – Existenzsichernde Strategien in einer westafrikanischen Stadt. Peter Lang. Bern. 1995

© bolama.net

Guinea-Bissau – Ereignisse in Folge des 1. April

Der erste April 2010 in Guinea-Bissau hatte es auch hierzulande in die großen Zeitungen geschafft. Doch ebenso wie nach der Ermordung von Präsident Viera und Armeechef Tagme na Wai im März 2009 ist danach kaum mehr etwas zu hören gewesen. Deshalb soll hier einmal kurz der Fortgang der Dinge geschildert werden.

Wie auch hier in etliche Zeitungen zu lesen war, wurde am 01.04.2010 der Armeechef Zamora Induta durch den bisherigen Vizearmeechef Antonio Indjai abgesetzt. Der Premierminister wurde ebenfalls für einige Stunden unter Hausarrest gestellt. Nachdem die Bevölkerung auf die Straße ging um seine Freilassung zu fordern, drohte Antonio Indjai mit seiner Ermordung, falls die Leute nicht nach Hause gehen würden. Ebenfalls verließ der ehemalige Chef der Marine José Américo Bubo Na Tchuto seinen Zufluchtsort, das Quartier der Friedensmission der Vereinten Nationen (UNOGBIS) in Bissau. Zamora Induta wurde in ein Militärgefängnis in Mansoa gebracht, wo er bis heute, trotz einiger Appelle ihn freizulassen, einsitzt.

Am 8.4 wurden Jose Americo Bubo Na Tchuto und Luftwaffenchef Ibraima Papa Camara offiziell von der Exportkontrollbehörde des US-Finanzministeriums (Treasury’s Office of Foreign Assets Control, OFAC) beschuldigt in den internationalen Drogenhandel verstrickt zu sein. Alle Konten und Vermögen in den USA wurden gesperrt.

Bubo Na Tchuto und Antonio Indjai werden als die eigentliche neuen Machthaber in Guinea-Bissau bezeichnet, die neben der eigentlichen Regierung aus Präsident Malam Bacai Sanha und Premierminister Carlos Gomes Junior eine „Schattenregierung“ bilden.

Am 25.5 gab die EU bekannt, die Mission zur Reform des Sicherheitssektors (EU SSR) auslaufen zu lassen. Die Mission läuft personell abgebaut bis 30. September um die weitere Entwicklung im Land zu beobachten.

Premierminister Carlos Gomes jr. befand sich vom Mitte April bis Anfang Juni wegen medizinischer Behandlungen unter anderem in Kuba und Portugal. Im Mai gab es immer wieder Gerüchte er würde das Amt des Ministerpräsidenten aufgeben, letztlich kehrte er aber doch als Ministerpräsident nach Bissau zurück.

Auch um das Amt des zukünftigen Armeechefs gab es lange Spekulationen. Europäische Union und die CPLP forderten, dass der ein neuer Armeechef nicht in die Ereignisse vom 1.4 verwickelt gewesen sein dürfe. Dennoch wurde am 25.6 Antonio Indjai, der Anführer der Revolte vom 1.4 offiziell per Dekret des Präsidenten zum neuen Chef der Armee ernannt.

Am 2.8 gab die EU bekannt ihre Mission zur Reform des Sicherheitssektors (EU SSR) endgültig zum 30.09.2010 zu beenden.

Ebenfalls am 2.8 wurde bekannt gegeben, dass Guinea-Bissau der Entsendung einer internationalen Truppe zur Stabilisierung und Sicherung des Friedens im Land zustimmt. Die genauen Modalitäten müssten allerdings noch geklärt werden.

Soweit im Groben der Stand bis heute.

Putschversuch in Bissau?

Gestern morgen hat es wohl einen Putschversuch / eine Meuterei gegen den Ministerpräsidenten gegeben. Somit scheint sich die Hoffnung auf eine stabilere Zukunft, die man nach der Ermordung des langjähringen Präsidenten Viera und den daruaf folgenden Neuwahlen hatter, erst einmal zerschalgen zu haben.

Ein paar Artikel der  Presse zusammengetragen:

Spiegel Online: Guinea-Bissau – Militär versucht Putsch gegen Minsiterpräsidenten

Zeit: Unruhen nach Putschversuch – Im Kleinstaat Guinea-Bissau herrscht Chaos: Der Vizechef der Streitkräfte hat nach Berichten das Kommando übernommen – Der wütenden Bevölkerung droht er den Präsidenten zu töten.

Welt Online: Putschversuch – Soldaten setzen Premier von Guinea-Bissau fest

RP Online: Armeechef bestreitet Putschversuch – EU verurteilt Meuterei in Guinea-Bissau

Tagesspiegel: Unruhen nach Putschversuch in Guinea-Bissau

Der Standard: Soldaten setzten Regierungschef fest – Regierungssitz gestürmt – Diplomat: Es sieht wie ein Putsch aus

Also je nach Meldung Putsch, Putschversuch oder zurückhaltender Meuterei einiger Soldaten, interne Probleme. Noch weiß man nichts genaueres.

Die dpa Meldung hat es bis in diverse Regionalzeitungen geschafft, Augsburger Allgemeine, Wiesbadener Kurier, Maerkische Allgemeine und diverse weitere.  Die Artikel sind alle gleich.

ansonsten natürlich noch bei RTP aktuellere Meldungen www.rtp.p



„Zurück nach Europa“ – Dakar

Der Weg von Bissau nach Dakar führt zuerst nach Ziguinchor in der Casamance, Senegal. Wie so oft sind allein bis zur Grenze zahlreiche Polizei und Militärkontrollen über sich ergehen zu lassen. Mal zahlt nur der Fahrer ein kleines Geld oder zeigt die Dokumente vor, mal steigen alle aus, Passkontrolle, und mal zeigt man auch noch sein ganzes Gepäck vor. An der Grenze wiederholt sich das Spiel dann noch einmal in aller Ausführlichkeit. Wohl bedingt durch den bewaffneten Konflikt in der Casamance, wird auch noch einmal vor Einfahrt nach Ziguinchor kontrolliert. Die Strasse wird gleich nach der Grenze deutlich breiter, sonst ändert sich nichts. Beim ersten mal das kleine Abenteuer, auf Dauer lässt es die eigentlich nur 200 Km lange Strecke deutlich länger erscheinen. Der Zustand der Fahrzeuge tut sein übriges…

Einfahrt nach Ziguinchor

Einfahrt in die Stadt Ziguinchor

Ziguinchor sieht auf den ersten Blick nicht viel anders aus als Bissau. Während in Bissau noch Landwirtschaft in der Stadt betrieben wird, man bei der Einfahrt in die Stadt noch Reisfelder sieht, reihen sich die Viertel von Ziguinchor an einer großen, breiten, staubigen Strasse auf, insofern macht es einen traurigen ersten Eindruck. Doch die Infrastruktur sieht in Ziguinchor dann doch schon ganz gut aus. Der zentrale Busbahnhof ist schon auf einem asphaltierten Platz angesiedelt, die Hauptstrassen und die Strassen im Zentrum sind geteert, es scheint eine einigermaßen funktionierende Stromversorgung zu geben, am Ufer des Rio Casamance haben sich einige Hotels angesiedelt und auch das alte Stadtzentrum und die Regierungsbauten sind in einem funktionsfähigen Zustand. Fischfang wird mit zahlreichen kleinen Pirogen betrieben und ein neuer Fischereihafen ist im Bau.

Fischereihafen Ziguinchor

Reges Treiben am Fischereihafen

Die Franzosen haben ein sehenswertes, einem Diola-Haus nachempfundenes Kulturzentrum gebaut; auch ein senegalesisches existiert, architektonisch nicht so prächtig, aber auch interessant.

Französisches Kulturzentrum Ziguinchor

Das französische Kulturzentrum – einem Diola Haus nachempfunden

Insgesamt stellt sich eine ganz nette, insbesondere bei Dunkelheit wesentlich städtischere Atmosphäre ein als in Bissau und das obwohl Ziguinchor mit seinen 160 000 Einwohnern viel kleiner ist als Bissau. Und doch merkt man schon das die Infrastruktur nicht alles ist, trotz Strom und Wasser und immer noch  vielen Menschen auf der Strasse, wirkt es ganz einfach langweiliger.

Strasse am Hafen - Ziguinchor

Strasse am Hafen – Ziguinchor

Die Fähre „Aline Sitoe Diatta“ ist erstaunlich modern. Zweimal die Woche geht es auf die rund 15 Stunden dauernde Fahrt nach Dakar. Das Schiff ist modern und bequem ausgestattet, es hat erst 2008 den Dienst aufgenommen. Man wird nochmals ausführlich kontrolliert, bevor man auf der Schiff gelangt werden Pass und Passnummer auf dem Ticket vier mal kontrolliert. Um noch ein paar Kuriositäten zu berichten, interessant auch die Ankunft in Dakar: beim Aussteigen wird man wieder mal die 150m zur Ankunfthalle mit dem Bus befördert. Vor der Halle wird das aufgegebene Gepäck in Reihen aufgestellt. Erst wenn alle Passagiere in der Halle sind, werden die Tore geöffnet und alle stürzen heraus um ihre Gepäckstücke zu suchen. Herrlich!

Rio Casamance

Blick auf den Rio Casamance

Place d'independence - Dakar

Place de l’independence – das Zentrum Dakars

Dakar ist eine moderne Großstadt – mit allen dazugehörigen Einrichtungen. Das Zentrum ist geprägt von neueren mehrstöckigen Bürogebäuden. Von alter Kolonialer Architektur ist nicht viel zu sehen. Bedingt durch die geographische Lage auf einer Halbinsel, reihen an den Strassen sich Richtung Inland dann die diversen Wohnviertel Dakars auf. Es gibt jegliche Einrichtung, die man aus Europa gewöhnt ist. Vom afrikanischen Markt bis zur kleinen französischen Luxusboutique ist alles vorhanden.

Für Leute aus Bissau ist Dakar vor allem zum studieren, einkaufen und der medizinischen Versorgung interessant. Auch in Ziguinchor haben sich schon viele, insbesondere die mit besserer Ausblidung, die auf der Flucht vor den wirtschaftlichen Verhältnissen in Bissau sind, niedergelassen So ist es nicht so schwer jemanden zu finden der noch etwas Creol versteht.

Ansonsten leben auch mehrere Zehntausend Europäer in der Stadt. Für mich machte die Stadt schon eher den Einruck einer teilweise etwas vernachlässigten spanischen Großstadt.

Dakar - Zentrum

Blick auf das Stadtzentrum

So merkt man an dem Bericht es kommt immer darauf an von wo man kommt. Die Reise von Bissau nach Dakar, erscheint wie eine Reise zurück nach Europa. Und immer scheint die Infrastruktur das entscheidende Merkmal zu sein. Käme man nun von Madrid nach Dakar würde einem der Verfall und das nicht Funktionieren, die Gelassenheit auffallen. Von Bissau kommend die erstaunlich gut funktionierende Infrastruktur und die Vielfalt der Einkaufsmöglichkeiten und deren Präsentation und die Hektik und das geschäftige, eilige Treiben in der Stadt. Das ist natürlich nur der erste Blick, hinter dem, wie es ein Reiseführer ausdrücken würde, es noch viel mehr zu „entdecken“ gibt.

Blick auf den Hafen

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