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Guinea-Bissau

Die heute weiterhin schnell wachsende Landeshauptsadt Bissau kann bereits auf eine mehrere Jahrhunderte alte Geschichte zurückblicken.  Zum absoluten administrativen und wirtschaftlichen Zentrum ist sie allerdings erst in den letzen Jahrzehnten aufgestiegen.

Ab 1446 erreichten portugiesische Seefahrer und Händler die obere Guineaküste und errichteten zahlreiche Handelsstützpunkte. Ein genaues Gründungsdatum der Stadt Bissau ist nicht bekannt, es kann aber davon ausgegangen werden, dass sich seit dem 16. Jahrhundert portugiesische/kapverdische Händler und Missionare in Bissau niederließen. Das erste schriftliche Zeugnis stammt wohl aus dem Jahre 1594, das sich zwar nicht auf den Ort, sondern auf eine ethnische Gruppe, die sich als „Bisãos“ (Pepel) bezeichneten, bezieht. Bissau war zu dieser Zeit ein unbedeutender Ort, der dem 1588 gegründeten Cacheu, dem Hauptort des von den kapverdischen Inseln aus verwalteten Distriktes Guinea, untergeordnet war. Es waren vor allem die Lançados (illegale portugiesische/kapverdische Händler)und Grumeten (wörtl. Port. Schiffsjunge; christianisierte Afrikaner) die sich in Bissau niederließen und erfolgreich das portugiesische Handelmonopol untergruben. Die Gründe der Ansiedlung waren ausschließlich ökonomischer Natur; es wurde mit Sklaven, Elfenbein und Bienenwachs gehandelt. Bissau lag praktisch in ständigem Kriegszustand mit der lokalen Pepel Bevölkerung (vgl. Kasper 1995, S. 70ff).

Blick auf eine Straße in Bissau "Velho" (2010)

Blick auf eine Straße in Bissau "Velho" (2010)

1692 wurde Bissau das Kapitänsstatut verliehen und damit auch offiziell mit Portugal verbunden. Ab 1696 wurde mit dem Bau eines Forts begonnen, welches man aber schon 1707 wieder zerstörte. Der Ort wurde von offizieller Seite verlassen. In der Folgezeit übernahmen französische Handelshäuser die Kontrolle über den Ort. Auch von den Franzosen wurde versucht ein Fort zu errichten, doch scheiterten alle Versuche. 1753 begannen schließlich die Portugiesen erneut mit dem Bau eines Forts. Endgültig beendet wurden die Arbeiten an diesem jedoch erst 1775, da die Arbeiten bereits nach kurzer Zeit nur noch schleppend vorangingen – aufgrund der schlechten Bedingungen starben allein in der letzten Phase des Baus mehr als 2600 Menschen. (Kasper 1995, S. 74f) 1776 bestand Bissau nur aus einem Fort, angrenzendem Friedhof, Hafen und Zollgebäude, sowie der Siedlung der Grumeten, die 1831 rund 5000 Bewohner zählte. Bis 1852 entwickelte sich direkt neben dem Fort eine kleine Kaufmannssiedlung, das heutige Bissau Velho, welche ab 1844 von einer Mauer geschützt wurde. Für 1853 wird die Bevölkerungszahl mit jeweils 500 freien Einwohnern und Sklaven innerhalb der Ummauerung angeben (vgl. Kasper 1995, S.77f).

Wirtschaftlich dominierte bis in die 1850er Jahre fast ausschließlich der Sklavenhandel, der mehr als 95% der Exporterlöse ausmachte. In der Bilanz deckten die Einnahmen jedoch nur etwa die Hälfte, der für die administrativen Aufgaben getätigten Ausgaben. Da die Portugiesen auch zu keinen größeren Investitionen bereit waren, war die Stimmung entsprechend schlecht. Die Mauern des Forts waren voller Löcher, das Dach der Kaserne eingestürzt, die Soldaten hausten mit ihren Frauen in selbst errichteten Baracken, es gab keinen Arzt und daher viele unversorgte Kranke und außerdem wurde auch kaum Lohn gezahlt. Bissau hatte in Portugal und auf den Kapverdischen Inseln einen sehr schlechten Ruf, so dass sich kaum Freiwillige fanden, die nach Bissau wollten, heißt es in einem Bericht von 1821 (vgl. Kasper 1995, S.78).

Bilder aus dieser Zeit finden sich in dem Buch „Postais Antigos da Guiné“. Dort werden teilweise sehr alte Postkarten aus allen Regionen des Landes präsentiert.  Auch im Internet finden sich zahlreiche Fotografien,  die hier leider nicht genutzt werden können, aus der Kolonialzeit des Landes.

Administrativ bestand der Distrikt Portugiesisch-Guinea bis 1834 aus zwei Kapitanaten, im selben Jahr wurde es zu einem Bezirk mit Bissau als Hauptort zusammengeschlossen, doch schon 1842 wurde diese Reform wieder rückgängig gemacht. 1852 wurde Bissau schließlich erneut zum Hauptort des Distriktes Guinea. 1879 wurde Portugiesisch-Guinea eine eigenständige Provinz; Bolama auf der gleichnamigen Insel wurde erste Hauptstadt.

Die Wirtschaft Guineas war mittlerweile auf landwirtschaftliche Produktion umgestellt worden (vor allem Erdnussanbau). Der Handel blieb jedoch mehrheitlich in der Hand von Franzosen, Engländern und auch Deutschen. Bissau befand sich auch Ende des 19. Jahrhunderts weithin in oftmals ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Pepel Bevölkerung. Noch in den 1890er Jahren beschränkte sich auch der militärische Aktionsradius auf wenige km außerhalb Bissaus. Daher blieb Bissau auch zu dieser Zeit räumlich eingegrenzt und wuchs kaum. Das heutige Stadtzentrum war noch größtenteils ein Waldgebiet. Erst nach der Schleifung der Befestigungsmauer 1913 und der endgültigen Niederschlagung des Widerstandes der lokalen Bevölkerung 1915 begann Bissau in größerem Maße zu wachsen (vgl. Kasper 1995, S. 80ff).

Blick auf ein peripheres Stadtviertel in Bissau

Das Dorf der Grumeten wurde nun abgerissen und außerhalb des heutigen Zentrums wieder errichtet. Nach demAusarbeiten eines Urbanisierungsplanes begann man öffentliche Gebäude und Anlagen zu errichten. Den Handel dominierte nun wieder französische Handelshäuser, nachdem im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Deutschen den Ort dominiert hatten. Den Portugiesen gelang es erst in den 30er Jahren das Handelsmonopol durchzusetzen, was jedoch negative Folgen für das Wirtschaftswachstum hatte. 1925 hatte Bissau rund 300 europäische Einwohner. Im Zuge verstärkter Migration auch anderer ethnischer Gruppen nach Bissau, kam es in Bissau auch zu gewalttätigen ethnischen Auseinandersetzungen (vgl. Kasper 1995, S. 95ff).

Am 9.12.1941 wurde die Hauptstadt von Bolama nach Bissau, welches schon lange die Wirtschaft dominierte verlegt. Die Stadt wurde auch schon in den 40er Jahren als stehengeblieben und rückständig beschrieben – eine Beschreibung, die man auch heute noch zu hören bekommt. 1950 hatte Bissau 18132 Einwohner, von denen 14520 so genannte „Nicht-Zivilisierte“ und 3792 „Zivilisierte“ waren. 1953 wurde die erste Straße in Bissau asphaltiert; in der Folge kam es zum Ausbau des heutigen Straßennetzes. Seit den 40er Jahren wurden immer wieder Urbanisationspläne ausgearbeitet, von denen aber keiner vollständig ausgeführt wurde. Anfang der 60er Jahre hatte Bissau rund 25.000 Einwohner – die Zahl stieg aber aufgrund des ab 1963 ausgetragenen Befreiungskrieges der PAIGC stark an und erreichte 1970 fast die Zahl von 70.000. Da Portugal mit seiner Kolonialpolitik zunehmend in Kritik geriet, kam es in der 60er Jahren noch einmal zu einer Modernisierung der Stadt. Die europäischen Wohnviertel expandierten weiter und drängten die afrikanischen Wohnviertel weiter zurück (vgl. Kasper 1995, S. 105ff).

Blick in die Avenida Domingos Ramos in Bissau (2010)

Auch nach der Unabhängigkeit 1973/74 wuchs die Stadt weiter stark. Flüchtlinge vom Land und aus dem Ausland ließen sich vermehrt in Bissau nieder. Die verfehlte Entwicklungspolitik der PAIGC, die eine Industrialisierung in den 70er Jahren anstrebte, trug zum weiteren Wachstum bei. In Bissau konzentrierte sich fast der gesamte Handel, die gesamt Verwaltung, während das Landesinnere völlig vernachlässigt wurde. Auch die internationale Hilfe konzentrierte sich stark auf Bissau. Die Stadt wuchs und wächst bis heute in Richtung der Ausfallstraßen der Stadt. 1990 hatte die Stadt bereits geschätzte 200.000 Einwohner.

Während des Bürgerkrieges von 1998/99 kam es zu starken Zerstörungen in der Stadt. Die Kämpfe konzentrierten sich auf Bissau. Die Front verlief ausgerechnet in der Industriezone der Stadt – so wurde die schon schwache Infrastruktur ganz zerstört. Auch heute ist Bissau administratives, politisches und wirtschaftliches Zentrum des Landes. Die Infrastruktur ist schwach entwickelt. Eine öffentliche Strom- und Wasserversorgung ist auf das ehemalige europäische Zentrum beschränkt und auch dort nur eingeschränkt funktionierend. So bleibt Bissau eine der letzten Hauptstädte weltweit, die nachts weiter im Dunkeln liegt.

B. hat heute schätzungsweise 400 000 Einwohner (laut dem letzten offiziellen Zensus 2009 waren es 384 000, in den Jahren davor wurde die Bevölkerung in verschiedenen anderen Quellen auf bereits deutlich über 400 000 geschätzt).

Weiterführende Literatur:

Kasper, Josef Ernst. Bissau – Existenzsichernde Strategien in einer westafrikanischen Stadt. Peter Lang. Bern. 1995

© bolama.net

Der erste April 2010 in Guinea-Bissau hatte es auch hierzulande in die großen Zeitungen geschafft. Doch ebenso wie nach der Ermordung von Präsident Viera und Armeechef Tagme na Wai im März 2009 ist danach kaum mehr etwas zu hören gewesen. Deshalb soll hier einmal kurz der Fortgang der Dinge geschildert werden.

Wie auch hier in etliche Zeitungen zu lesen war, wurde am 01.04.2010 der Armeechef Zamora Induta durch den bisherigen Vizearmeechef Antonio Indjai abgesetzt. Der Premierminister wurde ebenfalls für einige Stunden unter Hausarrest gestellt. Nachdem die Bevölkerung auf die Straße ging um seine Freilassung zu fordern, drohte Antonio Indjai mit seiner Ermordung, falls die Leute nicht nach Hause gehen würden. Ebenfalls verließ der ehemalige Chef der Marine José Américo Bubo Na Tchuto seinen Zufluchtsort, das Quartier der Friedensmission der Vereinten Nationen (UNOGBIS) in Bissau. Zamora Induta wurde in ein Militärgefängnis in Mansoa gebracht, wo er bis heute, trotz einiger Appelle ihn freizulassen, einsitzt.

Am 8.4 wurden Jose Americo Bubo Na Tchuto und Luftwaffenchef Ibraima Papa Camara offiziell von der Exportkontrollbehörde des US-Finanzministeriums (Treasury’s Office of Foreign Assets Control, OFAC) beschuldigt in den internationalen Drogenhandel verstrickt zu sein. Alle Konten und Vermögen in den USA wurden gesperrt.

Bubo Na Tchuto und Antonio Indjai werden als die eigentliche neuen Machthaber in Guinea-Bissau bezeichnet, die neben der eigentlichen Regierung aus Präsident Malam Bacai Sanha und Premierminister Carlos Gomes Junior eine „Schattenregierung“ bilden.

Am 25.5 gab die EU bekannt, die Mission zur Reform des Sicherheitssektors (EU SSR) auslaufen zu lassen. Die Mission läuft personell abgebaut bis 30. September um die weitere Entwicklung im Land zu beobachten.

Premierminister Carlos Gomes jr. befand sich vom Mitte April bis Anfang Juni wegen medizinischer Behandlungen unter anderem in Kuba und Portugal. Im Mai gab es immer wieder Gerüchte er würde das Amt des Ministerpräsidenten aufgeben, letztlich kehrte er aber doch als Ministerpräsident nach Bissau zurück.

Auch um das Amt des zukünftigen Armeechefs gab es lange Spekulationen. Europäische Union und die CPLP forderten, dass der ein neuer Armeechef nicht in die Ereignisse vom 1.4 verwickelt gewesen sein dürfe. Dennoch wurde am 25.6 Antonio Indjai, der Anführer der Revolte vom 1.4 offiziell per Dekret des Präsidenten zum neuen Chef der Armee ernannt.

Am 2.8 gab die EU bekannt ihre Mission zur Reform des Sicherheitssektors (EU SSR) endgültig zum 30.09.2010 zu beenden.

Ebenfalls am 2.8 wurde bekannt gegeben, dass Guinea-Bissau der Entsendung einer internationalen Truppe zur Stabilisierung und Sicherung des Friedens im Land zustimmt. Die genauen Modalitäten müssten allerdings noch geklärt werden.

Soweit im Groben der Stand bis heute.

Bubaque, die zu dem Bijagos Archipel gehörende Insel ist das „Tourismuszentrum“ Guinea-Bissaus. Rund 40 km von Bissau entfernt hat man dennoch direkt im Ort und noch mehr auf der Insel das Gefühl ländlicher Idylle. Ein halbes Dutzend Hotels sind es mittlerweile geworden – von der Backpacker Unterkunft bis zum schon recht komfortablen Hotel ist alles dabei. Es gibt einen kleinen Hafen und an der Strasse zum Ort ein paar Restaurants und sozusagen die Souvenirmeile von Bubaque

Die "Souvernir-" und "Restaurantmeile" von Bubaque

Der Tourismus ist im Bijagós Archipel meist in französischer Hand. Das merkt man schon an den Kindern, die einen hier mit „Bonjour, bonbon, bonbon“ begrüßen. Verwehrt man den Bonbon, so gibt es die andere Alternative „L’argent, l’argent“. Allzu unangenehme Züge hat dieses Betteln jedoch noch nicht angenommen.

Hotel Casa Dora

Von Bissau geht es mehrmals pro Woche in Pirogen oder jeden Freitag mit dem Bijagós Express nach Bubaque. Das relativ komfortable Schiff unter kapverdischer Leitung schafft die Fahrt in vier bis fünf Stunden – eine Fahrt die sich lohnt. Gleich nach der Abfahrt in Bissau wird die Musik aufgedreht, es gibt Schnaps, Wein, Bier und Essen. Abtanzen auf dem Bijagós Express – besonders bei der freudigen Ankunft in Bubaque

Bijagós Express - Bissau - Bubaque

Blick auf Bubaque

Gleich am Hafen in Bubaque stößt man nun auf die Spuren, die die Deutschen dort hinterlassen haben. In der Ruine einer ehemaligen Palmölfabrik findet jetzt der Markt statt.

Blick auf den Markt von Bubaque - die Halle im Hintergrund ist die ehmalige Palmölfabrik

Auch ein paar massive Steinhäuser stehen bis heute. Anfang des 20. Jh. als es auch ein paar deutsche Handelshäuser in Bissau gab, schienen sich auch ein paar nach Bubaque verirrt zu haben. So entstand eine Palmölfabrik mit zugehörigen Plantagen und einer mit Muscheln gepflasterten Strasse zum anderen Ende der Insel. Bis heute ist die 18 km lange Verbindung die einzige asphaltierte Strasse im gesamten Archipel. Auch auf der Nachbarinsel Rubane soll ein Straßennetz errichtet worden sein. Es sei überwuchert, aber wer mit Führer nach Rubane übersetzt kann die Strassen noch leicht wieder finden. Bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges seien die Deutschen dann mit den folgenden Worten abgehauen: „Wenn wir gewinnen kommen wir zurück, ansonsten sind wir für immer weg“ berichteten mir ein paar ältere Männer am ehemaligen Hafen. Bevor man wegging brachte man noch die gesamte Ausrüstung zur Insel Soga. Angeblich vergrub man sie dort – nach Auskunft der Männer am Hafen hat noch niemand die Maschinen und ähnliches gefunden. Also für Schatzsucher gäbe es noch Möglichkeiten…

Der ehemalige Hafen von Bubaque mit Blick auf die Nachbarinsel Rubane

Strand im Ort - die schöneren Strände sind 18 km entfernt auf der anderen Seite der Insel

So ist man als Deutscher in Bubaque relativ gern gesehen. Die Älteren beginnen sofort von der Palmölfabrik, der Strasse und den robusten Häusern zu berichten. Obwohl man nur schwer glauben kann, das die Anwesenheit nur gutes gehabt haben soll. Merkwürdig wo man auch immer auf Spuren aus Deutschland stößt

Gestern morgen hat es wohl einen Putschversuch / eine Meuterei gegen den Ministerpräsidenten gegeben. Somit scheint sich die Hoffnung auf eine stabilere Zukunft, die man nach der Ermordung des langjähringen Präsidenten Viera und den daruaf folgenden Neuwahlen hatter, erst einmal zerschalgen zu haben.

Ein paar Artikel der  Presse zusammengetragen:

Spiegel Online: Guinea-Bissau – Militär versucht Putsch gegen Minsiterpräsidenten

Zeit: Unruhen nach Putschversuch – Im Kleinstaat Guinea-Bissau herrscht Chaos: Der Vizechef der Streitkräfte hat nach Berichten das Kommando übernommen – Der wütenden Bevölkerung droht er den Präsidenten zu töten.

Welt Online: Putschversuch – Soldaten setzen Premier von Guinea-Bissau fest

RP Online: Armeechef bestreitet Putschversuch – EU verurteilt Meuterei in Guinea-Bissau

Tagesspiegel: Unruhen nach Putschversuch in Guinea-Bissau

Der Standard: Soldaten setzten Regierungschef fest – Regierungssitz gestürmt – Diplomat: Es sieht wie ein Putsch aus

Also je nach Meldung Putsch, Putschversuch oder zurückhaltender Meuterei einiger Soldaten, interne Probleme. Noch weiß man nichts genaueres.

Die dpa Meldung hat es bis in diverse Regionalzeitungen geschafft, Augsburger Allgemeine, Wiesbadener Kurier, Maerkische Allgemeine und diverse weitere.  Die Artikel sind alle gleich.

ansonsten natürlich noch bei RTP aktuellere Meldungen www.rtp.p



Der diesjähriges Karneval findet unter dem Motto: „Nationale Einheit und Entwicklung“ statt. Sponsor ist der Mobilfunkbetreiber „Orange“ – viel Geld scheint der jedoch nicht gegeben zu haben – außer einem Musik LKW und ein paar Autos die aus dem Senegal kommen ist nicht viel zu sehen.

Von Samstag bis Dienstag werden jeden Tag ab ca. 15 Uhr fast sämtlicher Strassen der Stadt gesperrt. Außer am Rosenmontag gibt es jedoch keinen Umzug. Man spaziert einfach durch die Strassen – sieht und wird gesehen. Ein großes Treffen. Wer Geld hat ist und trinkt in einem der unzähligen eingerichteten Restaurants.

Der Karneval von Bissau ist in Westafrika eine ziemlich einmalige Erscheinung. In den anderen Ländern gibt es, abgesehen von den Kapverden nichts Vergleichbares.

Der Umzug findet nach Regionen geordnet statt – hier die Gruppe von Bubaque. Nur die besten Gruppen aus jeder Region kommen nach Bissau. Der Wettbewerb in den Regionen wurde bereits am Samstag ausgetragen. Heute, am Montag wird dann die beste Gruppe Guinea-Bissau gewählt.

Gruppe Bubaque – die Bijagos sind für ihre Tänzer bekannt

Maskenträger

Die Männer und Frauen haben sich mit rotem Palmöl „Siti“ eingerieben.

Das Blechfass nur mit den Zähnen gehalten…

Vom Hafen kommend zieht der Umzug zum Platz vor dem ausgebrannten Präsidentenpalast

Am „Imperio“ sammelt sich der Umzug – hier wird am späten Nachmittag die beste Gruppe gewählt

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Kurz vor Einbruch der Dunkelheit ist der Platz dann „rappelvoll“ – am Ende des Umzugs fährt der „Orange“ Musik LKW – der heizt die Stimmung ordentlich auf– aus dem nichts rennen alle hinter dem LKW her – der fährt einfach in der Masse hupend und hoffend, dass keiner unter die Räder kommt. Bis vor ein paar Jahren gab es wohl noch mehr Musik während des Umzugs, doch waren dann wohl zu viele Verletzte zu beklagen. So ist es dieses Mal recht still gewesen. Nur Trommeln und andere Holzinstrumente waren dabei. Musik aus der Anlage gab es nicht, was der Stimmung doch etwas Abbruch getan hat.

Nach Einbruch der Dunkelheit zieht dann die Menschenmasse vom „Imperio“ in die „Avenida 14 de Novembro“ – der „Autobahn“ die das Zentrum mit den Stadtvierteln verbindet. Eine einmalige Atmosphäre, mit vermutlich mehreren hunderttausend Menschen durch die dunkle Stadt zu ziehen. Nur ab und zu gibt es ein paar Lampen vor einem Restaurant oder Geschäft.

Die katholische Kirch hat die größte Party – da gibt es Strom und Boxen auf dem Dach, so dass ordentlich getanzt werden kann. Ab und zu zieht auch ein mobiles Soundsystem an einem vorbei: zwei Autobatterien und ne Anlage in einer Schubkarre, begleitet von einer Gruppe Jugendlicher. Insgesamt ist das Alter total jung, manchmal konnte man schon denken es herrsche ein gigantischer Kinderkarneval.

Die „Barackenstadt“ am Tage – Bairro de Ajuda – Bissau

Die Party geht dann weiter im „Bairro Ajuda“ – auf einem großen Platz wurden unzählige kleine Restaurant und Garküchen aufgebaut – es ist dunkel und herrscht Gedränge – aber insgesamt doch eine tolle Atmospähre.

by – hanpfokurox –

– so was denkt ihr – lsst mal ein paar Kommentare ab! –